Die Ahrkatastrophe 2021
und die Helfer
Wir, der Kurs "Wirtschaft und Verwaltung" der neunten Jahrgangsstufe der August-Sander-Schule Altenkirchen, haben uns mit den Schicksalen und Schäden der Flutkatastrohe im Ahrtal 2021 auseinandergesetzt. Hier veröffentlichen wir unsere Recherchen zu dem tragischen Thema als unsere Art Denkmal an die Opfer und Helfer.
Ursache und Maßnahmen
Was ist passiert:
Fluthöhe: höchste 5.75 m- 6.92 Meter
Niederschlagsmenge: zwischen 100 bis 200 Millimeter
Todesopfer: 135 Personen
Flutbeginn: 14. Juli nach 21 Uhr
Warnungseintreffen: 23:15 Uhr
Warnmethode: Online & mit automatisierten E-Mails
Umstände die die Flut begünstigt haben
Beispiele: die Weinstöcke wurden nicht parallel zum Tal angebaut, sodass sie wie kleine Wasserleiter zum Tal wirkten.
Viel Fläche war versiegelt wie Asphalt, gepflasterter Boden oder Straße.
Es gab keine Rückhaltebecken oder Möglichkeiten das Wasser zurückzuhalten.
Das gesamte Regenwasser floss durch den Abfluss direkt in den Fluss.
Verbesserungen für möglich zukünftige Geschehen aus dem Internet (Hochwasser Info Bayern):
Maßnahmen: mobile- oder feste Mauern und Deichen
Talsperren und Staatliche Rückhaltebecken
Flutpolder
Verbesserungen mögliche zukünftige Geschehen (unsere Vorschläge):
Untergrund mit Möglichkeiten das das Wasser zurückgehalten wird oder versickern kann.
Quellen:
Text von Artur Lech und Jotam Kliewer
Protokoll eines Helfers
Interview mit meinem Onkel und Opa
Fragen: F - Antworten: A
Interview mit Onkel:
F: Bei wem hast du geholfen?
A: Ich hebe bei einem alten Mann geholfen, welcher bei der Flut gestorben war.
F: Wie sah es dort aus?
A: Es war alles voller Müll, man konnte kaum in ein Zimmer gehen, da der Müll den Weg versperrte. Es war dunkel da es dort keinen Strom gab. Es hat überall gestunken und es lagen auch Essensreste rum.
F: Was musstest du dort machen?
A: Wir mussten bei dem alten Mann die Wohnung leer pumpen und ausräumen, dieser wurde 300 Meter entfernt von der Wohnung tot aufgefunden.
Mein Onkel arbeitet im OP und hat erzählt:
Zu dieser Zeit, als die Helfer dort geholfen haben, mussten wir im Krankenhaus viel operieren und das nicht wegen der Opfer, sondern auch wegen der Helfer. Weil diese unter Häusern begraben wurden, als sie das Haus oder die Wohnung leerräumten und diese dann eingestürzt sind, auch weil von ihnen die Hand eingeklemmt wurde, von den herum liegenden Teilen.
Interview mit Opa:
F: Bei wem hast du geholfen?
A: Ich habe bei der Familie Müller* geholfen.
F: Wie sah es dort aus?
A: Der komplette Keller war voll mit Wasser und Schlamm, welches bis über die Hälfte der ersten Etage reichte. Die Möbel haben sich komplett voll mit Wasser gesaugt und waren vollständig zerstört.
F: Was musstes du dort machen?
A: Ich und die anderen Helfer mussten dort den Keller leer pumpen, denn Schlamm teilweise sogar mit der Schaufel wegräumen und manche Kellerwände wegstemmen. Auch mussten wir die Möbel wie beispielsweise die Küche rausreißen. Von dem Boden mussten wir die Fliesen rausreißen.
*Name der Familie ist der Autorin bekannt, aber aus persönlichen Gründen kann der tatsächliche Familienname nicht genannt werden, deshalb wurde dieser geändert.
Text von Esther Keller
Persönliches Schicksal (erfunden aber realistisch)
1. Ein kleines Mädchen wird mitten in der Nacht von den Schreien ihrer Eltern geweckt und steigt aus ihrem Bett um nachzusehen.
2. Die Mutter ist panisch als sie das Wasser in der Wohnung sieht.
3. Sie sieht ihre Tochter an der Treppe und ruft ihr zu sie solle oben stehen bleiben und nicht nach unten kommen.
4. Das kleine Mädchen sieht wie ihre Eltern nach oben laufen und wie das Wasser immer höher steigt.
5. Das kleine Mädchen schaut aus dem Fenster und sieht wie die Straßen überflutet sind und wie viele Autos wegge-schwämmt werden durch das ganze Wasser.
6. Sie laufen zusammen so schnell sie können Richtung Dachboden...
7. ... und lassen das Mädchen als erstes nach oben.
8. Die Eltern versuchen noch ein paar Decken und Mäntel zu retten bevor sie ihrer Tochter auf den Dachboden folgen.
9. Die Familie verbringt mehrere Stunden auf dem Dachboden bevor sie die Feuerwehr vom Fenster aus sehen.
10. Sie werden erst nach mehreren Hilferufen gerettet.
11. Es ist bereits der nächste morgen als sie einer nach dem anderen in Sicherheit gebrach werden und das Desaster sehen.
12. ALLES ist kaputt und es ist noch sehr viel Wasser auf den Straßen. Zum Glück haben sie überlebt.
Schlusswort: Nicht jeder hatte damals so viel Glück und konnte sich und seine Familie retten. Zu viele Menschen haben fast alles verloren und mussten wieder bei Null anfangen. Diese Geschichte ist ausgedacht aber die Wahrscheinlichkeit das jemandem genau das passiert ist, ist erschreckend hoch. Dieser Comic soll nur nochmal veranschaulichen, wie schlimm die Flut an der Ahr für einen Großteil der Menschen war.
Zeichnungen: Sara Linberger
Text: Lea Heuchmer
Kosten der Katastrophe
Es leben unzählige Menschen im Ahrtal. Davon waren sehr viele Opfer von der Hochwasserflut. Viele der Menschen dort verloren ihre Verwandten oder viele Sachen wie Häuser, Autos, Geld. Die Schäden betragen rund 40 Milliarden Euro, ungefähr 12,5 Milliarden Euro davon entstanden durch das Beschädigen und Zerstören von Häusern, Kraftfahrzeugen, Betrieben und Hausrat. Bei der Flut wurden ebenfalls Straßen, 40 Hektar Weinbaufläche und Brücken zerstört. Die Regierung von Rheinland-Pfalz sagte zu, 15 Milliarden Euro für den Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen, bisher wurden davon 5% (ungefähr 750 Millionen Euro) abgerufen. Es wurden nur 8 Milliarden Euro von den Versicherungen übernommen. Von Spenden aus ganz Deutschland kamen bereits 655 Millionen Euro. Insgesamt hat das Ahrtal 9,5 Milliarden Euro erhalten, nur 9,5 Milliarden von 40 Milliarden Euro!
Übernahmen der Elementarversicherung
Die Elementarversicherung deckt Schäden, die bei Naturkatastrophen entstehen wie z.B. Erdbeben, Überschwemmungen oder auch Erdsenkungen. Die Elementarversicherung hat schätzungsweise 40% von ungefähr 12,5 Milliarden Euro Schäden an den Häusern übernommen. Das sind ungefähr 5 Milliarden Euro.
Text von Adelar Malakhov und Demian Stobbe
Wiederaufbau
Nach der Ahrflut werden Brücken, Schulen, Kirchen, Straßen, Bahnhöfe und Bahngleise, Sportplätze und Krankenhäuser wieder aufgebaut. Bei den Brücken wurden 100 beschädigt. Davon wurden 6 wieder aufgebaut und 12 davon sind im wiederherstellungsprozess. Es wurden bei 10 von 17 Schulen im Landkreis Ahrweiler die Flutschäden wieder komplett behoben. Bei der Flut wurden insgesamt 9000 Gebäude beschädigt. Darunter sind 26 Kirchen gewesen. Bei den Bahngleisen sind 90% davon wieder befahrbar. Die restlichen 10% sind im Wiederaufbau. Es wurden 69 Sportplätze beschädigt und davon sind 38 im Wiederherstellungsprozess. Bei den Krankenhäusern wurden fünf beschädigt und eins davon konnte nach einiger Zeit wieder in Betrieb gehen. Die restlichen sind im Wiederaufbau.
(Quelle: www.merkur.de )
Text von Jonathan Schumann und Matija K.
Feuerwehreinsatz im Ahrtal
Am 14. Juli 2021 gegen 02.00 Uhr wurden die ersten Kräfte der Verbandsgemeindefeuerwehr Altenkirchen-Flammersfeld und weiteren Einheiten aus dem gesamten Landkreis Altenkirchen alarmiert. Mit zahlreichen Fahrzeugen sammelte man sich zunächst am Feuerwehrhaus in Flammersfeld, von wo man gemeinsam in Richtung Bad Neuenahr-Ahrweiler aufbrach. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch Keiner, was die Wassermassen für eine Zerstörung angerichtet hatten. In Bad Neuenahr angekommen bestand die oberste Priorität darin, die Menschen, die teilweise noch in ihren Häusern gefangen waren und auf Dächern ausharrten, zu retten. Hierbei wurden Personen teilweise mit Steckleitern aus den oberen Etagen, Dachböden und Dächern, teilweise unter Gefahr für das eigene Leben, heruntergeholt. Auch am nächsten Tag blieb die Lage sehr unübersichtlich und immer mehr Kräfte trafen ein. Das Ausmaß der Katastrophe war kaum fassbar und unwirklich, da das Wasser teilweise 300m von der Ahr ca. 3m hoch gestanden hatte. Die Wassermassen hatten solche Kräfte, dass sie alles mit sich rissen was sich ihnen in den Weg gestellt hatte. So waren teilweise ganze Tunnel voll mit Baumstämmen, Bahnsteige weggerissen, Häuser, Wohnwagen, Autos, Tanks, einfach alles. Nachdem die Menschen gerettet waren und die Ahr sich wieder zurückgezogen hatte bestand die Aufgaben der kommenden Tage darin, die Keller leer zu pumpen. Dies stellte sich größtenteils schwierig dar, da in der gesamten Umgebung der Strom ausgefallen war. Die Hilfsbereitschaft der betroffenen Bevölkerung war riesengroß und das, obwohl viele Menschen ihr gesamtes Hab und Gut verloren hatten. Insgesamt waren es rund 27.000 Einsatzkräfte, die vor Ort in den Wochen halfen. Die Helfer waren größtenteils normale Bürger aber auch Feuerwehr, Rotes Kreus, THW und die Bundeswehr waren mit von der Partie. In den folgenden Wochen wurde der Grundschutz in der Verbandsgemeinde Altenahr sicher gestellt. Geschlafen wurde auf Feldbetten in einem Dorfgemeinschaftshaus. Insgesamt haben mehrere Einheiten aus dem Kreis Altenkirchen unter Führung durch Personal der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld über viele Wochen diese wichtige Aufgabe zum Schutz der Bevölkerung übernommen. Die Arbeit war ziemlich gefährlich, da grade in Industriegebieten und auf den Sammelplätzen Betriebsstoffe ausliefen die jederzeit eine weitere Katastrophe verursachen konnten. Auch Chemikalien und Blindgänger wurden gefunden und „beseitigt“. Nur durch die gemeinsame Hilfe der Menschen und der Einsatzkräfte, die Hand in Hand arbeiteten, konnte diese Katastrophe bewältigt werden.
Wir danken allen Einsatzkräften und freiwilligen Helfern.
Quelle Text: Erzählungen von Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr VG Altenkirchen-Flammersfeld, Herr Heinemann, bei dem wir uns ganz besonders bedanken!
Quelle Fotos: Fotoalbum "Die Flutkatstrophe im Ahrtal Juli 2021 der Freiwilligen Feuerwehr VG Altenkirchen-Flammersfeld"
Text von René Wall und Gazjon Merovci
Wir über uns
Erneut haben wir uns gemeinsam mit unserem Lehrer Herrn Berlinentschieden, am Schüler- und Jugendwettbewerb der Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz teilzunehmen. Die Themenwahl fiel nicht schwer, denn DAS Ereignis der letzten Jahre, an das man sich auch in Zukunft erinnern sollte, ist unserer Meinung nach die Flutkatastrophe im Ahrtal im Sommer 2021.
Neben Ursachen, Schäden und Wiederaufbau haben uns besonders die Schicksale der Betroffenen und der rastlose Einsatz der Helfer beeindruckt. Das wollen wir nicht vegessen und setzten hiermit ein Denkmal.